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Erneuerbare Energie: Konzepte für die Energiewende

Herausgegeben von Thomas Bührke und Roland Wengenmayer. Dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage. Wiley-VCH Verlag, 978-3527411085, 182 Seiten, ca. 35 Euro

Schon im Vor- und Geleitwort von „Erneuerbare Energie“ wird deutlich, worauf es im Kern bei dem Thema ankommt: Die Welt braucht einen Ersatz für die konventionelle Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen und Atomkraft, der erstens umweltverträglich ist und sich zweitens wirtschaftlich realisieren lässt.

Letzteres ist entgegen der häufig falschen Darstellung in der Presse bereits für eine Vielzahl von Anwendungen gegeben – daran erinnert der Autor des Geleitwortes, Karl W. Böer von der University of Delaware. Insbesondere dann, wenn etwa der Preis der Kernenergie nicht schön gerechnet wird und auch die Kosten für Rückbau, Endlagerung und – oft übersehen – die massiven Umweltschäden zum Beispiel durch Uranminen allesamt Berücksichtigung finden. Entsprechendes gilt für die atmosphärische Schädigung durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Erdöl, die kaum noch zu leugnen ist.

Im Sommer 2011 wies der Pulitzer-Preisträger und New-York-Times-Kolumnist Thomas Friedman in einem Interview mit CNN darauf hin, dass bei allen Diskussionen um den vermeintlichen oder tatsächlichen Einfluss der Menschheit auf das Klima ein Argument für die erneuerbaren Energien von niemand in Abrede gestellt werden kann: das rasante Tempo, mit dem der Energiebedarf in den Schwellenländern wächst. Immer mehr Menschen wollen den Lebensstil teilen, der ihnen von den westlichen Industrienationen vorgeführt wird. Dabei sind bis dato nur fünf Länder für die Hälfte des gesamten weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Wie aber soll der zukünftige Energiehunger der Welt gestillt werden, ohne dass es zu Verteilungskämpfen kommt oder der Preis für Energie so weit ansteigt, dass wirtschaftliches Wachstum unmöglich wird? Mit „Konzepten für die Energiewende“, wie sie der Untertitel des Buches verspricht, kann das gelingen.

Erfahrene Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet – Wissenschaftler, Ingenieure und Fachjournalisten – stellen in 29 Kapiteln unter anderem den aktuellen Stand von Forschung und Technik in Sachen Biokraftstoffe, Photovoltaik, Solarthermie und Windenergie dar; auch der Geothermie sowie der Nutzung von Gezeitenströmung und Wellenkraft sind eigene Kapitel gewidmet.

Der anschaulich aufbereitete und über viele farbige Abbildungen und Infografiken verfügende Band geht ferner auch auf die Energiespeicherung und den Netzausbau und -umbau ein – Voraussetzungen dafür, dass die von Kritikern immer wieder angezweifelte Versorgungssicherheit in Zukunft dargestellt werden kann.

Abgerundet wird das Ganze durch Kapitel zu Energieeinsparpotenzialen bei Gebäuden und durch Informationen zu Fördermöglichkeiten für den Einsatz von erneuerbaren Energien.

Mit gutem Gewissen kann man sich Karl W. Böer anschließen, wenn er sagt, dass es eine Freude sei, „dieses Buch zu lesen, das in seiner hervorragenden Ausführung einen Ehrenplatz in jedem Bücherschrank verdient“.

Michael Graef
 

07.05.2012

© TM 2.0 Technische Mitteilungen – Technical Reports
 

 

 
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