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Buchbesprechungen

Dünne Luft: Airbus, Boeing und die neuen Herausforderer

Jens Flottau, Carl Hanser Verlag, ISBN 978-3446426832, 224 Seiten, ca. 20 Euro

Konkurrenz belebt das Geschäft. Diese Weisheit besitzt sogar über den Wolken Gültigkeit. Wo wäre die zivile Luftfahrt heute, hätte Europa mit dem Airbus die amerikanische Dominanz nicht beendet? So bot schon der „Ur-Airbus“ A300 gegenüber den etablierten US-Modellen zahlreiche Innovationen. Zum Beispiel die Automatisierung der Aufgaben des Flugingenieurs.

Doch die Anfangsjahre für Airbus gestalteten sich denkbar schwierig. Helmut Schmidt wollte das Unternehmen gegen Ende der 70er Jahre schon einstellen, als ausgerechnet eine Bestellung aus den USA den Durchbruch brachte und es möglich machte, die ursprünglichen Pläne wieder aufzugreifen, nicht nur ein einzelnes Modell zu entwickeln, sondern eine breite Produktpalette.

Rund vier Jahrzehnte nach Gründung von Airbus steht der Weltmarkt im Flugzeugbau erneut vor großen Umwälzungen. Dem Duopol aus Boeing und Airbus – Konkurrenten wie Lockheed Martin oder McDonnel Douglas hatten sich entweder früh aus der zivilen Luftfahrt zurückgezogen oder wurden übernommen – erwächst neuerliche Konkurrenz; allen voran aus den aufstrebenden Nationen China und Brasilien. Es wird sich zeigen, ob es den beiden Unternehmen gelingt, ihre Marktanteile mit den nötigen Innovationen zu verteidigen. Die teuren Fehlentscheidungen und Pannen der letzten Zeit im Zusammenhang mit den ambitionierten Projekten Airbus A380 und Boeing Dreamliner haben gezeigt, dass die beiden Schwergewichte alles andere als unantastbar sind.

Jens Flottaus Buch bietet dem Leser eine fesselnde Lektüre von beispielhaftem Detailreichtum – gleichermaßen empfehlenswert für alle, die an Luftfahrt, Technik allgemein oder Wirtschaft interessiert sind. Sein Augenmerk gilt neben den Flugzeugherstellern auch den Triebwerkslieferanten, ohne die das Bild unvollständig bliebe – schon allein aufgrund der immer größeren Bedeutung der Effizienz. Des Weiteren geht Flottau auch auf die wichtige Rolle der Airlines ein, die ein natürliches Interesse an einer möglichst großen Auswahl bei den Flugzeugmustern haben.

Jens Flottau hat sich als Autor auf die internationale Luftfahrtindustrie spezialisiert. Er ist fester Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung und das Fachmagazin Aviation Week und schreibt daneben regelmäßig unter anderem für die Neue Zürcher Zeitung und Aero International. 2003 erhielt er den Hugo-Junkers-Preis der deutschen Luft- und Raumfahrtpresse, 2010 erhielt er die Auszeichnung „Wirtschaftsjournalist des Jahres“ in der Reisebranche.

Michael Graef
 

31.03.2012

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