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Automotive

Die Renaissance des Fließhecks

Von Wolf-Heinrich Hucho

Es fällt auf: Immer mehr Limousinen sind mit einem Fließheck unterwegs. Gegen Ende der 60er-Jahre des vorigen Jahrhunderts schien es, dass diese Heckform aussterben würde. Sie hatte sich überlebt. Nur die Älteren erinnern sich noch an die Buckelmodelle von Ford und Volvo, an den Opel "Kapitän" und an den VW 1600 TL, die "Tolle Lola". Allein bei Sportwagen wie dem "Klassiker" 911 konnte sich das Flieflheck behaupten und später bei Roadstern wie dem Audi TT erneut durchsetzen. Nunmehr feiert es bei Limousinen fröhlich Urständ. Zunehmend kommen elegante Pkw mit dieser Form in Fahrt.

Was sind die Motive hinter diesem sich abzeichnenden Trend? Nostalgie? Wohl kaum. Eher schon die Eleganz, die sich mit einem fließenden Heck zum Ausdruck bringen lässt, mit einem Anklang an Sportlichkeit. Eine Weiterentwicklung des trendigen Coupé-Looks, eine Gegenbewegung zur Keilform. Sie lässt das Stufenheck ganz schön bieder aussehen und suggeriert zugleich die perfekte Umströmung eines Profils, eine notwendige Voraussetzung für niedrigen Luftwiderstand und sparsamen Verbrauch.

Für die Designer ist das Fließheck eine immer wiederkehrende Herausforderung gewesen. Schon in den 1920ern liebäugelte man mit seinem Charme. Sein großer Nachteil: Sollte die Strömung wirklich bis zum Fahrzeugende anliegend bleiben und damit den Luftwiderstand klein halten, so führte das zu unakzeptabel langen Fahrzeugen. Paul Jaray, der berühmte Schweizer „Stromlinienpionier“, versuchte dem beizukommen, indem er den erforderlichen Druckrückgewinn am Heck auf zwei Ebenen aufteilte: auf ein unteres, waagerecht liegendes Profil und auf ein darauf aufgesetztes senkrechtes, das er aus dem Pavillon modellierte. Er erfand die „Kombinationsform“. Später ersetzte er das senkrecht aufgesetzte Profil durch einen räumlichen Körper. Das sah sportlicher aus. Leider ist nie der Nachweis erbracht worden, ob Jarays Kombinationsform denn auch wirklich funktioniert. Skizzen, die in der von Ludwig Prandtl geleiteten Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA) in Göttingen angefertigt wurden, vermitteln einen eher intuitiven Eindruck, sie sind „artist’s impression“, wie man das in den USA fantasievoll nennen würde.

(...)

Der Autor:
Dr.-Ing. Wolf-Heinrich Hucho ist Maschinenbauer und Aerodynamiker. Nach langjähriger Industriepraxis als Versuchsingenieur bei einem großen deutschen Automobilhersteller – zuerst als Leiter des Windkanals, dann in der Forschung verantwortlich für die Antriebstechnik – wechselte er in die Zulieferindustrie und war dort zuletzt Mitglied der Geschäftsführung. Heute ist er als beratender Ingenieur, technischer Publizist und Fachautor tätig. Er ist außerdem Herausgeber des Standardwerks zur Automobil-Aerodynamik.

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03.05.2010

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