Von Frank D. Stolt Die Brandursachenermittlung ist in vielfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung. Insbesondere Brände mit hohem Sach-, möglicherweise Personenschaden oder Wiederholungsgefahr verlangt bei durch Feuer, Löscharbeiten und Wiederaufbau zerstörten Spuren eine schnelle und gesicherte Beweisführung. Hinzu kommt der Druck der Öffentlichkeit, die an Bränden von Beginn an ein besonderes Interesse zeigt. Aus diesem Grund ist die Untersuchung der Brände eine der schwierigsten Gebiete der Kriminalistik. Leider wird die Ermittlung und Sachbearbeitung von Bränden und Explosionen oft grundlos und unberechtigterweise unterschätzt. Abgesehen von der verhältnismäßig geringen Anzahl von Bränden, die durch technische Defekte (Versagen von Sicherheitseinrichtungen, Verschleiß etc.) und Naturgewalten, wie Blitzschlag, Sonneneinwirkung oder Erdbeben, ausgelöst werden, gilt der Mensch als Hauptverursacher von Bränden. Bei einer Straftat werden Beweise und Spuren gesichert. Nicht selten fallen aber Spuren bei Bränden, die das Feuer nicht zerstört hat, den Löscharbeiten und manchmal auch unsachgemäßen Sicherungsmaßnahmen im ‚Ersten Angriff’ zum Opfer. Dann erst beginnt im Brandschutt die eigentliche Arbeit des Brandermittlers: die Ursachen des Brandes zu ermitteln und gegebenenfalls den Täter zu überführen. Die Untersuchung von Bränden und Explosionen ist gegenüber andren Straftaten komplizierter und aufwendiger. Die Untersuchung von Bränden erfordert von Brandermittlern allseitige naturwissenschaftliche Kenntnisse, eine hohe fachliche Qualität als Kriminalist, Ausdauer, Aufmerksamkeit und vor allem geistige und physische Mobilität. Arbeit am Brandort Der Brandort ist Ausgangspunkt und Grundlage f¸r die Beweisfindung, Beweisf¸hrung und Beweissicherung. Er ist und bleibt der Schl¸ssel zur Ermittlung des Brandstifters oder einer nat¸rlichen Brandursache ohne strafrechtliche Relevanz, zeigt sehr oft den Weg zur Aufkl‰rung von Tatserien und wird mit kriminalistischem Denken erschlossen und beschrieben. Bei den heutigen technischen Mˆglichkeiten bietet der Brandort eine F¸lle von auswertbaren Spuren (Kriminaltechnik). Diese gilt es zu erkennen und zu sichern. Gleichzeitig muss aber auch verinnerlicht werden, dass der Personalbeweis zwar ein hervorragendes und unverzichtbares Fahndungshilfsmittel ist, der Sachbeweis jedoch zwischenzeitlich das wichtigere Beweismittel für die Urteilsfindung darstellt. Beides muss beachtet werden. (...) Autor: Sicherheitsfachwirt (FH) Frank D. Stolt MSc, MSc, MA, MIFireE Brandsachverständiger und Kriminologe, Mannheim Artikel-Download Den vollständigen Artikel können Sie kostenlos als PDF-File laden 23.04.2010 © TM 2.0 Technische Mitteilungen – Technical Reports |